Größter Störfall in der Geschichte der Stadtwerke Saarlouis.

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Baggerschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) beschädigt 110-kV-Hauptversorgungsleitungen der Kreisstadt Saarlouis.

Zur Störung:
Der Kranausleger eines Bootes des WSA hatte vier der sechs Leiterseile, der über die Saar führenden 110-kV-Leitungen, die wesentlicher Bestandteil der Saarlouiser Stromversorgung sind, abgerissen bzw. beschädigt.
Dies hatte den größten Stromausfall zur Folge, den die Stadtwerke Saarlouis in ihrer Geschichte zu verkraften hatten. Ganz Saarlouis war von einer Sekunde auf die andere ohne Strom.

Dass dieser Versorgungsausfall von nur kurzer Dauer war, liegt an der schnellen Reaktion aller verfügbaren Fachleute von VSE-Verteilnetz und den Stadtwerken Saarlouis. Bereits nach 12 Minuten waren die ersten, nach insgesamt 42 Minuten, um exakt 11:12 Uhr, dann schon wieder alle Haushalte und Geschäfte mit Strom versorgt, so der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Ralf Levacher. Die kurzzeitige nicht Erreichbarkeit der Stadtwerke Saarlouis war auf den störungsbedingten Ausfall der eigenen Telefonanlage zurückzuführen.
Da die Stromversorgung zunächst nur von der unter der Saar liegenden 35 kV-Leitung übernommen werden konnte, hatten die Stadtwerke vorsorglich Notstrom-Aggregate zur Versorgung der Saarlouiser Pumpwerke bereit gestellt, da diese Stationen im Fall eines großen Unwetters anlaufen und dabei große Mengen Strom benötigen.

Frank Pilger, Leiter Technik des VSE-Verteilnetzes, hatte mit seinem Team bis 22:00 Uhr die 110-kV-Vollversorgung der Kreisstadt Saarlouis wieder hergestellt. Durch ein vom WSA zur Verfügung gestelltes Boot mit Arbeitsplattform konnten die notwendigen Arbeiten zur Reparatur der beschädigten Leiterseile beschleunigt werden.
Albert Schöpflin, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, konnte zum Hergang des Unfalls noch keine genauen Angaben machen, zeigte sich aber glücklich, dass keines der drei Besatzungsmitglieder zu Schaden gekommen war. Außer einem großen Schock durch den explosionsartigen Knall bei der Berührung des Baggers mit den Leiterseilen hätten seine Mitarbeiter keine Verletzungen erlitten. Schöpflin sprach von einem „zweiten Geburtstag“ für seine Besatzung – immerhin waren es 110.000 Volt, die hier auf Wasser und Land gefallen waren.

Die Saarlouiser Polizei, war – gemeinsam mit den Kollegen der Wasserschutzpolizei – ebenfalls schnell an der Unfallstelle und sicherte sie ab. Für die Dauer der Arbeiten wurde dieser Saarabschnitt für die Schifffahrt vollständig gesperrt.

Der entstandene Sachschaden wird sich, laut Frank Pilger, im Bereich von 100.000 bis 200.000 € bewegen. Was sich erst nach endgültiger Begutachtung und Prüfung der in Mitleidenschaft gezogenen Strommasten herausstellen wird. Christian Zimmer von der Polizei Saarlouis, konnte für seine Dienststelle auf einen Blechschaden durch den Ausfall einer Ampel und einen Fehlalarm während des Stromausfalls verweisen.

Dr. Levacher dankte ausdrücklich allen Beteiligten und besonders den Einsatzkräften von Polizei und Wasserschutz-Polizei für die schnelle und umsichtige Sicherung der Unfallstelle.
Sowohl die schnelle Behebung des Schadens als auch das hohe Maß an Transparenz durch die eiligst einberufene Pressekonferenz, stießen in den Sozialen Medien wie Facebook etc. auf durchweg positive Resonanz.

Kommentare

  1. Ferdinand Schneider

    Interessant, mehr zu lesen über diesen Störfall. Krass, dass einfach die ganze Stadt ohne Strom war. Es war eine sehr gute Sache, dass das Problem so schnell gelöst wurde. Gut gearbeitet!

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